Was ist die Schrittmaßregel für Stufen?
Die Regel besagt, dass die durchschnittliche deutsche Schrittlänge 63cm beträgt. Die Formel für das optimale Steigungsverhältnis von Treppen lautet 63cm – 2 x Stufenhöhe = Auftritt. (Die Formel hierfür resultiert aus der Überlegung, dass für jeden Zentimeter an Höhe, den man pro Stufe überwinden muss, die Schrittlänge um 2cm abnimmt) Daher haben unsere Standardblockstufen eine Höhe von 15cm bei einer Tiefe von 35cm (63 – 2 × 15 = 33cm), wobei die Zwei Zentimeter durch die Überlappung/Auflage der Stufen bei mehrstufigen Konstruktionen "verloren" gehen. Natürlich können wir in einigen Materialien auch Sondergrößen an Stufen auf Bestellung anfertigen lassen. Diese können innerhalb der technischen Möglichkeiten und Normen für Sie individuell gefertigt werden!

Ist die Schrittmaßregel "verbindlich"?
Die Regel bedeutet, dass alle Treppenanlagen, die nicht der Schrittmaßregel entsprechen grundsätzlich vermieden/umgebaut/umgeplant werden sollten. Trotzdem hat man natürlich Möglichkeiten Höhen und Auftrittstiefen innerhalb genormter Größen anzupassen. Die DIN 18065 finden Sie in sinnvoll kommentierten Auszügen im Internet. Hier werden auch die zusätzlichen Regeln wie die "Bequemlichkeitsregel" und die "Sicherheitsregel" für Stufenanlagen erwähnt. Hier muss nur sehr genau aufgepasst werden, auf welche speziellen Treppenarten diese weiteren Regeln Anwendung finden, da die Ansprüche zwischen außen, innen und Haustreppen und Wohnungstreppen doch sehr unterschiedlich sind. Die Schrittmaßregel gilt aber in jedem Fall!
Wie kann man die Schrittmaßregel überhaupt umsetzen?
Bei vielen Hauseingängen, Gartentreppen, Kellerabgängen ist es sehr schwierig überhaupt Treppen zu bauen die der Schrittmaßregel genau entsprechen, da man die Anschlusshöhen an Haus, Gehwegen, Terrassen und Türen besonders bei Bestandsanlagen nicht mehr großartig verändern kann. Trotzdem finden gute Planer und Handwerker auch hier oft Möglichkeiten die schlimmsten Dinge zu vermeiden. Das wären z.B.:
- Unterschiedliche/schwankende Stufenhöhen (gefährlich zu begehen)
- Zu kurze Auftritte (Gefahr beim Runtergehen)
- Zu geringes Gefälle von Außenstufen (Wasser bleibt stehen)
Praxistipp:
Im Außenbereich verwendet man optimalerweise Stufenhöhen um ca. 15cm und längere Auftritte, weil man dort meist schneller unterwegs ist, wogegen man im Innenbereich mit Steigungen von 17-19cm arbeitet, um Platz zu sparen, da hierdurch ja der Auftritt der Stufe dann ja auch kürzer wird.
Hier das Video zum Thema: